Samstag, 18. Februar 2017

Unsere Rundreise in Südafrika endet in Hout Bay

Nach 3-wöchiger Rundreise in nord-westlichen Regionen Südafrikas erreichen wir Hout Bay, ein Vorort südlich von Kapstadt. Uli und Patrick, Eigentümer von Uli's Guesthouse, begrüßen uns wie vertraute Heimkehrer. Wir lieben diese Unterkunft, in der wir seit 2002 zum 8. Mal wohnen. Als Werbung oder Empfehlung möchten wir diese Information nicht verstanden wissen, weil Ansprüche und Bedürfnisse von Menschen unterschiedlich sind. Eine komplette Woche bleiben wir in Hout Bay, ehe wir am 25.02. für weitere 10 Tage nach Botswana reisen.
Eindrücke des Hauses und seiner Umgebung zeigt der Post des Vorjahres: Ankunft in Hout Bay. (Reiseberichte unseres Aufenthaltes an der Garden Route folgen in Kürze.)

Freitag, 17. Februar 2017

Hiking an der Garden Route - Half Collared Kingfisher Trail im Wilderness Nationalpark

Half-collared Kingfisher Trail am Touws River Von Knysna fahren wir nach Westen in Richtung Wilderness, um eine Wanderung im ehemaligen Wilderness Nationalpark zu unternehmen. 2009 wurden an der Garden Route verstreute Nationalparks zum Garden Route-Nationalpark zusammengefasst, was Vorteile haben mag, aber Besuchern die Orientierung erschwert. Im Zielgebiet sind mehrere Hiking Trails eingerichtet. Wir gehen den nach der Spezie Kingfisher benannten 'Half-collared Kingfisher Trail' entlang des Touws Rivers. Beobachten konnten wir jedoch keinen der Vögel am Trail, der nach ca. 4 km Distanz an einem Wasserfall endet. Im mittleren Abschnitt des Trails bestehen 2 Routenoptionen, auf denen jeweils kleine Prüfungen zu bestehen sind. Die Variante via 'Stepping Stones' verläuft schweißtreibend auf ruppig-profiliertem Dschungelpfad im Regenwald, ehe wir den Touws River und 2 Nebenarme überqueren. An einer breiten Furt wechseln wir die Flussseite mit Hilfe im Flussbett angeordneter großer Kiesel, den 'Stepping Stones'. Wer auf dem Hauptweg bleibt, darf sich trockenen Fußes mit einer an Seilen befestigten labilen Pontonfähre über den Touws River ziehen. Auf Holzstegen und mit zahlreichen Stufen führt der Trail in dem sich zu einer Schlucht verengenden Flusstal bis zu einem Wasserfall, dessen Pool einige Wanderer für ein Bad nutzen. (1:30 Std. + 1:15 Std. Gehzeit) - Fotogalerie

Donnerstag, 16. Februar 2017

Hiking an der Garden Route im Robberg Nature Reserve, Plettenberg Bay

Witsand und Die Eiland Der Robberg ist eine unter Naturschutz stehende Halbinsel der Plettenberg Bay an der Garden Route. Genau ein Hiking Trail führt als Schleife durch das Robberg Nature Reserve, aber dieser ist bei guten Bedingungen kaum zu toppen, weshalb wir den Trail über die Jahre schon mehrmals gegangen sind, ohne dass unsere Begeisterung nachließe. Aufgrund von 2 Abkürzungsmöglichkeiten bestehen 3 Routen-Optionen: Kurz (30 Minuten), mittel (2 Std.), lang (5 Std.). Bei der langen Variante sind Tidenzeiten unbedingt zu beachten. Wir entscheiden uns für die mittlere Option. Nach 'The Gap', ein enger Einschnitt der Halbinsel, ist der urspünglich ausgesetzte Trail auf der östlichen Seite der Halbinsel inzwischen per Geländer entschärft. Nachdem wir eine kleine Seelöwenkolonie passiert haben, wechseln wir an der großen Düne Witsand von der östlichen Seite auf die westliche Seite der Halbinsel und nehmen die 'Genuß-Schleife' auf Stegen über 'Die Eiland' selbstverständlich mit. Der Rückweg ist ein wenig 'rocky', bereitet aber keine besonderen Probleme. Das Vergnügen ist nach 2 Stunden leider beendet. Die große Runde nehmen wir uns für die nächste Reise an die Garden Route vor. - Fotogalerie

Mittwoch, 15. Februar 2017

Reise von Graaff-Reinet in der Karoo nach Knysna an der Garden Route

N9 an den Kammanassiebergen
Von Graaff-Reinet in der Karoo reisen wir zunächst 1,5 Stunden durch ödes, überweidetes, flaches Farmland nach Süden, bis wir auf eine Kette schroffer Berge treffen, die über ca. 300 km die Wüste der Karoo von einem fruchtbaren Küstenstreifen am Indischen Ozean trennt, der Garden Route. In unserer Richtung bestehen 2 Optionen zur Überquerung dieser landschaftlich reizvollen Bergkette zum Etappenziel in Knysna. Wir meiden die kürzere Strecke über den abenteuerlichen Prince Alfred Pass (R339) und wählen die 90 km längere Variante, die mehrere Pässe der Kammanassieberge und Outeniqua Mountains komfortabel überwindet. Entlang endloser weißer Strände durchquert die Route von George bis Knysna Lagunenlandschaften und tiefe Wälder zwischen Schluchten und Flussläufen. Auf diesem Routenabschnitt pocht das touristische Herz der Garden Route im mitunter schrillen und oft von deutschen Tönen begleiteten Takt, den wir so wenig mögen wie Kölner Karneval in der fernen Heimat. Glüklicherweise bietet die Garden Route auch viele ruhige Orte. Wer jedoch Einsamkeit bevorzugt, ist am falschen Platz. - Fotogalerie

Dienstag, 14. Februar 2017

Meeting the Cacti-Man und sternewürdiges Dinner in Graaff-Reinet

Tafel am Eingang zum Cacti & Succulent GardenMurray St in Graaff-Reinet Nach der Tour durch den Cambedoo Nationalpark (Post) besuchen wir den ebenso bemerkenswerten wie kuriosen privaten Obesa Cacti & Succulent Garden in Graaff-Reinet. Am Ende der Murray St liegt zwischen bunten Häusern der Obesa Lodge der Eingang zum Kaktengarten. Ein Schild schließt Amerikaner seit der Wahl Donald Trumps am 8. November 2016 vom Besuch des Gartens aus. Die Aufklärung folgt kurz nachdem wir den Eintrittspreis von 30 Rand pP in den Schlitz einer Box bei der Zugangstür gesteckt haben.
Am Abend genießen wir das Vergnügen eines sternewürdigen Dinners im eleganten Camdeboo Restaurant des Drostdy Hotels.

Camdeboo Nationalpark bei Graaff-Reinet

Graaff-Reinet Wir verbringen nur einen vollen Tag in Graff-Reinet und haben uns ein strammes Programm vorgenommen. Der Vormittag gehört dem Camdeboo Nationalpark(1), der unseren Abstecher nach Graff-Reinet motivierte. Der Nationalpark gliedert sich in zwei Bereiche. Der westliche Bereich liegt in einem bergigen Ausläufer der Großen Randstufe. Säulenartige Strukturen von Karoo-Doleriten modellieren die Hauptattraktion des Nationalparks, ein bizarr erodiertes Felsental, das ‚Valley of Desolation’(2). Die Umgebung des an Graaff-Reinet angrenzenden Nqweba-Staudamms(3) bildet den östlichen Bereich das Nationalparks, der als touristisch weniger bedeutende ‚Game View Area’ besichtigt werden kann .
Über Aktivitäten am Nachmittag und am Abend berichtet der Post: Meeting the Cacti-Man und sternewürdiges Dinner in Graff-Reinet.


Montag, 13. Februar 2017

Reise vom Karoo Nationalpark nach Graaff-Reinet am Camdeboo Nationalpark

Graaff-Reinet Zwei weitere Tage bleiben wir im Gebiet der Karoo, reisen jedoch vom Karoo-Nationalpark im Northern Cape ca. 220 km in östlicher Richtung zur Stadt Graaff-Reinet(1) im Distrikt Sarah Baartman(2) in der Provinz Eastern Cape. Über 140 km durchqueren wir zwischen Beaufort West und Aberdeen eine durch Schafzucht völlig überweidete trostlose, flache Steppenlandschaft. Ab Aberdeen wird die Karoo bergig und grün. Die in einer Flussschleife des Sundays River liegende Stadt Graaff-Reinet ist nahezu vollständig vom Camdeboo-Nationalpark umgeben, den wir morgen besuchen werden. In Graaff-Reinet stehen mehr als 200 Gebäude im kapholländischen oder viktorianischen Stil unter Denkmalschutz. Der für südafrikanische Verhältnisse vergleichsweise hübsche Ort erinnert an Stellenbosch in den Winelands bei Kapstadt. In der Vergangenheit war Graaff-Reinet zunächst ein Stützpunkt auf dem Weg zu Diamenten- und Goldfeldern im Norden des Landes. In der Gegenwart ist Graaff-Reinet ein Wirtschafts- und Handelszentrum der Viehzucht. - Fotogalerie

Samstag, 11. Februar 2017

Aktivitäten im Karoo Nationalpark

Klipspringer's Passstraße in den Nuweveld Mountains 3 Übernachten im Rest Camp des Karoo Nationalparks geben uns Gelegenheit, Optionen für selfguided Touren über 2 Tage ohne Zeitdruck zu genießen. Wir konzentrieren uns auf die beiden Vormittage, weil es an den Nachmittagen heiß wird und Gewitter mit starken Regenfällen und Windböen auftreten. Am Abend ist das Wetter wieder friedlich.
Zusätzlich hätten wir gerne morgens und/oder abends an Game Drives teilgenommen, die von Rangern des Nationalparks durchgeführt werden. Die vorausgesetzte Mindestteilnehmerzahl von 4 Personen ist jedoch nicht zustande gekommen. Ob wir tatsächlich etwas versäumt haben, können wir mangels Erfahrung nicht beurteilen. Immerhin sind wir mit unseren eigenen Aktivitäten rundum zufrieden. Der Aufenthalt im Karoo Nationalpark hat sich für uns gelohnt. (Fotogalerien im nachfolgenden Kapitel)


Freitag, 10. Februar 2017

Reise von der Kalahari zum Karoo Nationalpark in der zentralen Karoo

Blick vom Cottage auf die Nuweveld Mountains Vom African Vineyard Guest House im Kanoneiland, eine landwirtschaftlich intensiv genutzte Region der Kalahari an einem Abschnitt des Orange Rivers, reisen wir zur Central Karoo, eine trockene Halbwüste im Zentrum Südafrikas. Auch diese Region wird seit Jahrhunderten von europäischen Siedlern für Farmwirtschaft genutzt. Raubtiere und Nahrungskonkurrenten störten die farm- oder landwirtschaftliche Produktion und wurden vertrieben, erschlagen oder erschossen. Menschen einheimischer Ethnien erging es nicht besser, wenn sie sich nicht an Lebensbedingungen, Religion und Wertvorstellungen von Siedlern anpassen und ein Leben als sklavenartige Farmarbeiter akzeptieren wollten. Siedlerkultur und deren Weidewirtschaft zerstörte endemische Kultur und deren Flora und Fauna in erdgeschichtlich kurzer Zeit.
Um kurz nach 8:00 Uhr brechen wir auf und fahren auf gut ausgebauten Straßen durch überwiegend eintönige Landschaften. Die mit fast 700 km längste Autoetappe unserer Reise lässt für Besichtigungen keine Zeit, was nicht stört, weil die Strecke kaum Interessantes bietet. Auf einigen Abschnitten verläuft die Nationalstraße über 30-40 km schnurgerade durch endloses karges Farmland. Wenn das Gelände eine Kurve erfordert, wird diese rechtzeitig auf Verkehrsschildern angekündigt. Um 16:00 Uhr erreichen wir das Gate zum Nationalpark. In der Liste am Hauptgate tragen wir uns als die zweiten Besucher an diesem Tag ein.  - Fotogalerie

Donnerstag, 9. Februar 2017

African Vineyard Guest House im Kanoneiland, Northrn Cape

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Im African Vineyard Guest House genießen wir einen komfortablen Aufenthalt in einer üppig grünen, gepflegten Oase. Das große Zimmer ist wohnlich eingerichtet und klimatisiert. Ohne Klimaanlage wäre bei den aktuellen Temperaturen bis 40 Grad ein erholsamer Schlaf kaum möglich. Der Internetzugang ist labil und leistungsschwach, aber immerhin kostenlos. Hervorzuheben ist die gute Küche. Das mehrgängige Slow-Food-Dinner wird mit 230 Rand pP berechnet (ca. 16 €) und bereitet allabendlich Vergnügen. Eine besondere Erwähnung verdient das aufmerksame, freundliche Personal. Heute wurde sogar ungefragt unser Auto gereinigt, das nach langen Fahrten auf staubigen Gravel Roads diesen Service dringend benötigte.

Mitarbeiter haben uns auf einen Hiking Trail aufmerksam gemacht, der vom Guest House entlang eines Nebenarms des Orange Rivers führt. Ein kundiger Mitarbeiter ist beauftragt, uns den Zugang zum versteckten Einstieg zu zeigen. Der Mitarbeiter spricht jedoch kein Englisch, so dass uns eine weitere Mitarbeiterin als Dolmetscherin begleitet, bis die Wegführung nachvollziehbar wird. Der Trail ist zwar nur kurz und beschäftigt uns nicht mehr als eine Stunde, aber der attraktiv Weg durch dichten Bewuchs entlang des Flusslaufes ist eine Wanderung wert.

Nach unserem Hike verbummeln wir den restlichen Tag im Guest House, weil wir uns heute nicht erneut einer Hitze aussetzen möchten, wie wir sie gestern im Augrabies Falls Nationalpark erlebt haben. Die Entscheidung erweist sich als klug. Am Nachmittag erreicht uns ein kräftiges Gewitter, mit dem sich ein tropischer Monsun entlädt und ein heftiger Sturm einen Baum im Garten fällt. Wassermassen auf der Erde leitet das Gefälle im Gelände in Richtung Orange River. Das Flachdach, unter dem wir wohnen, ist dem Wasserdruck nicht gewachsen. An mehreren Stellen plätschert es in unser Zimmer. Mit Abfallbehältern und Duschtüchern fangen wir das Wasser auf. Selbstverständlich fällt der Strom aus. So schnell, wie der tropische Wolkenbruch eintraf, ist er auch wieder abgezogen und die Stromversorgung wieder aktiv. Mit dem Regen fällt die Temperatur vorübergehend auf ein erträgliches Maß, sie steigt aber bald wieder auf Werte in der Nähe von 40 Grad und verbindet sich mit einer Luftfeuchtigkeit, wie sie in tropischen Regenwäldern besteht.

Morgen reisen wir weiter in südlicher Richtung zum Karoo Nationalpark, in dem wir im Rest Camp des Nationalparks ein Cottage mit Klimaanlage für 3 Nächte reserviert haben. Wir werden früh starten, denn mit der Distanz von ca. 660 km ist morgen die längste Auto-Etappe unserer Reise zu bewältigen. Ob und ggf. in welcher Qualität ein Internetzugang zur Verfügung stehen wird, wissen wir erst morgen.