Dienstag, 1. Januar 2008

Reise von Swakopmund in das Damaraland

Doro !Nawas Camp, Damaraland
Bei unserer Abreise ist es bewölkt, feucht und kühl. Ab 50 km landeinwärts garantiert Sonne pur einen heißen Tag. Unser Weg führt uns heute über ca. 350 km in das nördlich gelegene Damaraland, wo wir zwei Tage im Doro! Nawas Camp wohnen werden. Das Damaraland, ein Streifen zwischen dem Kaokoland im Norden und der Namib-Zone im Süden, hat das südafrikanische Apartheidsregieme 1973 den Damara als Homeland zugewiesen. Das Camp liegt idyllisch am überwiegend trockenen Flussbett des Aba-Huab, der zum Zeitpunkt unserer Reise zuletzt im Jahr 2005 Wasser geführt hat. Vom Camp blicken Besucher nach Norden auf die Entendeka Berge und in Richtung Süden auf das Sandsteingebirge Twyfelfontein.
Damara people bezeichnen sich selbst als "Nu-khoin", schwarze Menschen. Mit den San gelten sie als eine der ältesten Ethnien im südlichen Afrika. Eine berühmte Damarapersönlichkeit ist der ehemalige Weltklassesprinter Frank Frederick. Fotogalerie Doro !Nawas Camp 

Brandberg Massif Image taken 9/10/2002 by Landsat 7
"Image courtesy of USGS National Center for
 EROS and NASA Landsat Project Science Office"

Zufahrt zum Dora !Nawas Camp, Brandberg im HintergrundAuf der Fahrt passieren wir das 20-30 km entfernte Brandbergmassiv. Der Brandberg ist mit 2.602 m Höhe höchster Berg Namibias. Dank exponierter Lage ist der um ca. 2.000 m aus der Ebene aufsteigende Brandberg weit sichtbar. Mehr als 50.000 Felsmalereien der San ziehen viele Besucher an. Überwiegend sind Jagdszenen dargestellt, die Rückschlüsse auf den ehemaligen Tierreichtum dieser Landschaft erlauben. Als bekannteste Felszeichnung gilt die "Weiße Dame" (White Lady), deren Alter auf 2.000 - 4.000 Jahre geschätzt wird. Neuere Deutungen interpretieren die Lady eher als einen Krieger oder einen Schamanen. Viele Malereien haben mit dem Tourismus Schäden erlitten.
Für einen Besuch am Brandberg müssten wir einige Stunden Aufenthalt einkalkulieren. In der Mittagshitze ziehen wir es vor, zunächst unser Tagesziel anzufahren, das Doro !Nawas Camp. Am Nachmittag könnten wir dann noch einige Sehenswürdigkeiten in der Nähe unseres Camps besuchen.



Doro !Nawas Camp, DamaralandDas 'Doro !Nawas Camp' wird als Joint Venture zwischen der lokalen Bevölkerung und dem Unternehmen Wilderness Safaris betrieben, das sich einen nachhaltigen Ökotourismus auf die Fahne geschrieben hat. Wilderness Safaris fördert mit dem Camp die wirtschaftliche Entwicklung der lokalen Gemeinde, die zu 40 % an der Unterkunft beteiligt ist und nach 10 Jahren das Camp alleinverantwortlich übernehmen wird. 34 Menschen haben einen Arbeitsplatz und damit  Einkünfte für sich und ihre Familien gefunden. Die Einrichtung des Camps schützt aber auch Großwild wie Elephanten, Nashörner und Löwen, weil diese erst den Tourismus ermöglichen und Tourismus der einzige bedeutende Wirtschaftsfaktor der Region ist. 

Terrasse am Haupthaus im Doro !Nawas CampGegen 13:30 Uhr melden wir uns ca. 5 km vor dem Camp am Gate an und werden beim Eintreffen am Camp bereits erwartet. Ein Empfangskomitee hat sich am Fuß des Hügels postiert und geleitet uns in das Haus, wo zunächst gekühlte Säfte gereicht werden. Als "Assistence Manager" der Einrichtung stellt sich Florence vor. Sie ist eine Herero, die nach einem betriebswirtschaftlichen Studium eine Anstellung bei Wilderness Safaris gefunden hat. Das Management rouliert im Rhythmus von 3 Monaten von Camp zu Camp. Vom Smalltalk wechselt Florence in die Erklärung der für uns relevanten organisatorischen Themen und führt uns anschließend zu einer der 16 Hütten, in der wir in den beiden nächsten Tagen wohnen werden.



Hütte im Doro !Nawas Camp, DamaralandHütte im Doro !Nawas Camp, DamaralandUnser Gepäck ist bereits eingetroffen. Die äußerlich schlichte Wohnhütte erweist sich nicht nur als geräumiges, sondern auch geschmackvoll eingerichtetes Häuschen mit Innen- und Außendusche, einem Bad mit zwei Waschplätzen sowie einem komfortablen Doppelbett. Auf Wunsch kann das Bett über Nacht auf die Terasse gerollt werden, um unter fasznierendem südlichen Sternenhimmel zu nächtigen. In Anbetracht des nur dünnen Drahtes, der Wild abhalten soll, nehmen wir diese Option nicht wahr. Schade!

Hütte im Doro !Nawas Camp, DamaralandDie Hütten sind in einem weiten Halbkreis so raffiniert ausgerichtet, dass der Blick über die Terasse von jeder Hütte aus in die weite Landschaft geht und die Terassen vor Blicken aus den Nachbarhütten geschützt sind.
Bis zum Abendprogramm haben wir noch genug Zeit für einen Ausflug in das etwa 20 km entfernt liegende Gebiet von Twyfelfountain. (Post: Twyfelfontein und Burnt Mountain im Damaraland)
Doro !Nawas Camp, DamaralandGegen 17:00 Uhr sind wir zurück im Camp und lassen uns zur Tea Time neben Bier und Kaffee einige frische Muffins schmecken. Alle Mahlzeiten sind inkl. Getränke (bis auf Wein) in unserer Vollpension enthalten. 
Zum Diner wird zunächst eine Suppe aufgetragen und anschließend das Essen an einem Buffet aufgelegt. Die Auswahl ist nicht groß, aber für uns o.k. Als Fleisch sind Chicken und Lamb vorbereitet, zwei Gemüse, Kartoffeln und Salat bilden die Beilagen. Für das Dessert sind eine Käseplatte und eine Chocolate Tarte aufgeboten. Das Essen ist ohne besondere Raffinesse zubereitet. Besser schmeckt uns die Weinbegleitung, ein Vilera White Blend "Down to Earth".



Tanzvorführung der KüchencrewEin Gast des Camps feiert heute seinen Geburtstag. Anlässlich des Geburtstages unterhält uns die Küchencrew nach dem Essen mit Tanz und Gesang. Assistence Managarin Florence (im T-Shirt mit den roten Ärmeln) betätigt sich als Anführerin dieser lebhaften Vorstellung. Alle Gäste sind begeistert und lassen die Tanzgruppe erst nach mehreren Zugaben abtreten.

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